Venedig

Maximilian und das unbesiegbare Venedig

Zur Erneuerung der alten Reichsherrschaft gehörte die formelle Kaiserkrönung in Rom. Das inzwischen französische Mailand, aber vor allem das mächtige Venedig, verweigerten Maximilian den Durchzug durch ihre Gebiete. Insofern war die Kaiserprokla- mation vom 4. Februar 1508 in Trient ein geschick- ter Schachzug Maximilians. Im Dezember des- selben Jahres schlossen sich der frischgebackene Kaiser, Frankreich, Spanien und der Papst zur Liga von Cambrai zusammen, um die Landmacht Vene- digs auszuschalten. Der große Sieg der Franzosen bei Agnadello am 14. Mai 1509 erschütterte den Dogenstaat in seinen Grundfesten. Am 1. Juni fiel Verona, Maximilians „Dietrich-Bern“, in die Hände des Habsburgers. Vier Tage später ergab sich Padua einem Vertreter des Kaisers, der als neues Macht- mittel eine Unmenge von gedruckten Flugblättern einsetzte. Eines zeigt z.B. den kaiserlichen Adler, der den venezianischen Frosch schlägt. Schlussend- lich siegte aber die feine Diplomatie und vor allem die Wirtschaftsüberlegenheit der Lagunenstadt über die kaiserlichen Eroberungsgelüste.

Zwar wurde in Venedig angesichts der Gefahr der türkischen und spanischen Flotte eine gewaltige Festung wie das „arsenale novissimo“ gebaut – wo eine große Anzahl von Kriegsgaleeren als Reserve bereitlag – aber in nächster Nähe befinden sich die gotische Kirche von „San Zanipolo“ und das Renaissancejuwel Santa Maria dei Miracoli als Ausdruck neuer Wege in der Kunst während der Kriegsjahre. San Zanipolo (Santi Giovanni e Paolo) enthält prunkvolle Denkmäler, wie das großartige Polyptychon des Giovanni Bellini, der mit Man- tegna verschwägert war, der sich seit seiner Jun- gend keinem bedeutenden Vorbild wie Antonello da Messina, Piero della Francesca und Albrecht Dürer entzogen hatte. Von diesem deutschen Maler, dem Porträtisten Maximilians, wollte er, als Dürer in Venedig weilte, gerne etwas kaufen. Vor San Zanipolo, das die kunstvollen Grabmale vieler Dogen enthält, treibt der Condottiere Bartolomeo Colleoni sein Pferd in die Schlacht auf der Terraferma: Ein Meisterwerk Verrocchios.

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